Gwynn's Welt

Beiträge von der feinsten, kleinsten und gemeinsten Kritikerin der Welt

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Mittwoch, 6. Januar 2010
Besser spät als nie
gwynn, 22:39h
Ja, da fiel mir doch grade ein, dass ich hier in meinem funkelnagelneuen Blog ja nachträglich meine Weihnachtsgeschichte unterbringenkann.

Erst hatte ich dieses famose kleine Statement bei Dooyoo platzieren wollen; das ist ein Verbraucherportal, wo man Testberichte zu so ziemlich jeder Dienstleistung und jedem Produkt schreiben kann ... - und dort treibe ich als "Lynn" mein Unwesen, aber ausgerechnet zu meinem Thema "Das TV-Programm an Heilig Abend" gab's dort absolut keine Kategorie und leider war das Dooyoo-Team auch nicht willens, eine solche für mich extra einzurichten.

Aber jetzt hab ich ja mein Blog.
Und hier kommt die Story für alle, die von Weihnachten den Hals nicht voll bekommen können:


Das TV-Programm an Heilig Abend

Nach gelungener Bescherung, lecker Essen und allem – freute ich mich auf einen Fernsehabend, der ja an Heilig Abend ganz gewiss mit den allerbesten Filmen aufwarten würde.

Wie gewohnt zappte ich mich so nach dem Zufallsprinzip durch die Programme – ja, ich bin planlos beim Medium Fernsehen, und was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß – aber voll Vertrauen, dass ich an Heilig Abend ja wohl sicher auf was Erbauliches stoßen würde.

So verharrte ich mit meinem Zappfinger, als ich mittelalterliche Mönche mit ausgeprägten Gesichtszügen in einer romantisch-schaurigen Klosterkulisse in ihre melodramatischen und esoterischen Diskusionen vertieft sah. Doch die Kamera fuhr unerbittlich nach unten und offenbarte direkt mal einen gruseligen, nackten halb zerlegten Leichnam mit heraushängendem Gedärm, welcher unter der Großaufnahme der Kamera grade munter weiter zerschnitten wurde, derweil sich die Mönche unbeeindruckt ihren spirituellen Disputationen hingaben. Unmittelbar darauf bog ein Glöckner von Notre Dame – Kreuzung zwischen Quasimodo und King Kong um die Ecke und stieß unverständliche Laute aus, ich zappte mich nun aus dem an dieser Stelle doch etwas unappetitlichen „Namen der Rose raus“ mitsamt Sean Connery – raus -, durch

- Reklame, Reklame, Verkaufssendungen für Polyacrylhosen mit Gummizug und ähnlichem – na, jetzt MUSS doch noch was kommen – hallo – es ist Heilig Abend, da habt ihr Fernsehleute doch die heilige Pflicht …

– rein in das Gesicht eines optisch ansprechenden jungen Mannes: aha, ein schöner Spielfilm, dies ist sicher der männliche Held, ein smarter Yuppie, sicher eine lustige Liebesgeschichte zwischen Herz-Schmerz und Karriere in der Werbebranche oder so!
– und der junge Mann sprach im selben Moment seines Erscheinens auf dem Monitor ohne besondere Betonung den interessanten Satz: „Dieser Exorzismus war nicht wirklich erfolgreich.“ – Und; ja, da zappte ich weiter,

- Reklame, Reklame – dann:

Endlich. Das sah nach einem schönen amerikanischen spannenden, herzbewegenden Spielfilm im gehobenen Milieu aus. Vielleicht etwas, angesiedelt etwa zwischen Rosamunde Pilcher, Geld.Macht.Liebe und einem amerikanischen Weihnachtsspielfilm? Feines Ambiente: Ein Mann stand neben einer hinreißend schönen Frau im Abendkleid, hinter ihnen bog sich eine feudale Treppe nach oben, und er sagte zu der wunderschönen sensitiven Frau mit den langen schwarzen Haaren und den irisierenden Augen:
„Kommst du mit, lass uns doch nach oben gehen und von der Brüstung aus den Kometen anschaun.“ Komet? Naja gut, Warum nicht. Ein Stern quasi, hat das nicht auch irgendwie mit Weihnachten zu tun? Romantisch ging das schöne junge Paar nach oben an die Brüstung, da standen sie und schauten in den Nachthimmel, und hoch am Himmel fuhr hell leuchtend der Komet dahin – leider saß die junge Frau 10 Sekunden später aus unerfindlichen Gründen an einem Computer, wo sie mithilfe eines militärischen Spezialprogramms feststellte, dass selbiger Komet auf nun Russland fallen würde, Was er auch sogleich tat …

10 Sekunden darauf war nur noch die Apokalypse zu sehen, Russland und Europa direkt in Schnee, Eis und Wassermassen untergegangen, schnell entsorgt sozusagen, was ja den Amerikanern im Film nicht so viel ausmachte, sie mussten halt nur schnell da raus kommen … alles war dunkel und voll Schneesturm, wo noch einige schattenhafte Gestalten endzeitlich langtorkelten – bis auf viele ziemlich mobile amerikanische Panzer mit Schneeketten, die uns alte Europäer mal locker überlebten und hoch oben auf den Schneemassen munter zwischen den Kirchturmspitzen unserer Städte hindurch kurvten … dann wurde die eine Hauptperson brutal zusammengeschlagen, weil er seine Frau und sein Kleinkind aus der Eiswüste retten wollte, …

- Doch nun verließ ich mittels „Zapp“ die unwirtlich gewordene Szenerie, zapp zapp …

- Reklame, Verkaufssendung, ästhetisch ansprechende speckige Sumoringer oder war es Wrestling oder lief das etwa schon am Abend vorher, die sich gegenseitig in den Schritt griffen und auf diese Weise größte Hebelwirkung entfalteten – …

Energisches Zapp Zapp Zapp …-

Und schließlich ….
- Die Rettung: Fritz Wepper als Ekelpaket in einer einsamen Bergscheune, wo die dort im Schneetreiben Gestrandeten sich in Gute und weniger Gute teilten, ein Kindlein im Stroh geboren wird (wie aus dem Nichts gibt’s dort plötzlich heißes Wasser und frische weiße weiche Tücher, die das neugeborene Babylein hygienisch umhüllen …) und wobei der böse Fritz Wepper sich zu einem guten Geburtshelfer mausern durfte. (Nachdem er erst die in den Wehen sich Windende angeraunzt hat: Können Sie sich nicht mal zusammenreißen und mit dem Ganzen endlich aufhören? Das ist ja eine Zumutung für mich!)
Leider war der Film der Künstlichsten und Unglaubhaftesten einer, es wimmelte von Unstimmigkeiten. Während ein kleines Frauchen stets putzmunter im Minikleid-Weihnachtsmann-Kostüm und einer ganz und gar durchsichtigen glänzenden dünnen Seidenstrumpfhose aus der Hütte raus und durch den Schneesturm hüpfte, drohten zwei kräftige Männer in den Schneemassen zu verenden, obwohl sie sich augenscheinlich nur einige 100 Meter von der Bergscheune entfernt hatten; und ein Vater mit einem kleinen Jungen an der Hand verließ die Scheune um wenige 100 Meter weiter sogleich in der lichterglänzenden City einer kleinen Stadt zu lustwandeln, oder so ähnlich …

Aber schließlich feierten alle hinter den erleuchteten Fenstern einer schönen alten Luxus-Villa
(F)ROHE WEIHNACHTEN
Na, dann …

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Chips, Chips, Chips ...
gwynn, 14:14h
Mein persönliches Plädoyer für Chips, Chips und Chips:

Wir leben in der Chip-Welt. Zum Beispiel liebe ich Kartoffelchips, allerdings die mit Essiggeschmack (gib mir Saures!). Chips und ihre vielen neuen Geschmacksrichtungen, neuerdings der Renner: Oriental- und Wasabi-Mischungen lieben wir alle. Chips sind was richtig Schönes für uns Menschen!

Neben den leckeren knusprigen Kartoffelchips gibt es noch viele weitere feine Chips in unserem Leben. Zum Beispiel werden auch unsere Computer mit Chips gefüttert. Auch die lieben Computer haben Hunger und brauchen ein Input.
Sicherheitshalber chippen wir auch unsere Tiere, so kann kein Tierdieb sie einfach klauen, es sei denn, er schneidet ihnen den Chip wieder aus der Haut oder deaktiviert ihn. Unsere Kinder zu chippen, auf die Idee sind ja auch schon einige gekommen. Viele tragen ihren Chip ohnehin bereits immer mit sich herum – das ist das Handy mit Ortungssystem. Dafür wirbt ja diese neckische TV-Reklame, wo Mutti überlegen, milde lächelnd, befriedigt registriert, dass ihr kleiner Junge sich mal wieder nicht ganz da befindet, wo er eigentlich sein sollte, eijeijei, aber sie sieht ja wo er ist – dank des Satellitenortungssystems seines Handys kann sie ihn jederzeit finden und sehen, was der kleine Racker grad so treibt. Dass er sein Handy wegschmeißt, um Muttis Überwachungsmanie zu entkommen, ist auch nicht zu erwarten, schließlich bietet ihm das Handy so viele heißgeliebte Funktionen, dass es ihm praktisch ans Herz (an)gewachsen ist.

Ja, auch wir Menschen sollen und wollen gechippt werden: So sind wir in ewiger Sicherheit. (Oder in Sicherheit vor der Ewigkeit?). Auf dem Chip kann man praktischer Weise gleich vieles speichern, er ist unsere Visitenkarte für die Welt: Er ist Krankenversicherungskarte, er ist unser Kontoauszug, man kann dort die Ergebnisse ärztlicher Untersuchungen, genetische Auffälligkeiten oder zu erwartende Erbkrankheiten speichern. Ein zukünftiger Arbeitgeber braucht dann nur kurz den Chip zu scannen und weiß direkt, mit welchen künftigen Risiken und Krankheitsbelastungen er bei seinem Arbeitnehmer zu rechnen hat, es sei denn, er stellt ihn eben nicht ein!
Weiterhin gibt er Auskunft über unsere Vorlieben und unser Konsumverhalten, denn er könnte auch aufzeichnen, was wir kaufen, was wir googeln, wie oft wir in welche Filme oder Veranstaltungen gehen etc.
Und wir benötigen keine Mitgliedskarten oder ähnliches mehr um irgendwo rein gelassen zu werden. Der Chip gibt Auskunft darüber, ob du dazugehörst, ob die Türen sich für dich öffnen oder ob du einer von den ewigen Losern bist, die in keinem Club mitspielen.
Jedenfalls wirkt sich der Chip unter der Haut enorm entlastend auf deine Brieftasche und Handtasche aus. Du brauchst auch keine Kreditkarten mehr. Und wenn dir jemand deine EC-Karte klauen will, muss er dich in Zukunft mit Haut und Haaren ganz klauen. Das ist doch fein, oder?

Natürlich wird der Chip von Staats wegen im Namen unserer Sicherheit gefordert. Schließlich sind wir durch ihn schnell auffindbar, wenn ein böser Terrorist uns entführt hat. Und auch der Terrorist ist schnell auffindbar, denn er ist ja auch mit einem Chip - mit Warnhinweis „Achtung-Terrorist“ - versehen. Selbstverständlich wird das flächendeckende obligatorische Chippen nur eingeführt, um Terroristen dingfest zu machen und uns vor ihnen zu schützen. Selbstverständlich würde kein Terrorist je auf die Idee kommen, sich und seinem Entführungsopfer als erstes den Chip raus zu operieren. Nein, natürlich nicht. Denn selbstverständlich ist ein Terrorist dumm, verfügt über keinerlei Fachkenntnisse, keine Netzwerke und Beziehungen und kann daher auch niemanden mit dem Deaktivieren eines Chips beauftragen.
Der Chip wird in Zukunft deine Eintrittskarte in die Welt sein. Früher einmal war die Geburt die Eintrittskarte in die Welt. Aber ihr Lieben! So etwas Wichtiges kann man schließlich nicht der Natur und dem lieben Gott überlassen!
Wir brauchen eine zweite Instanz! Und müssen die Sache selbst in die Hand nehmen! So leicht ist es schließlich nicht, in diese Welt einzutreten. Einfach so gottgegeben und mithilfe von Mutter Natur geboren zu werden! Und dann gleich dazugehören dürfen! Nein! –Nein. Ob sich dir die Türen öffnen werden – das hängt
1. von deiner Chipwilligkeit ab und
2. davon, ob du es schaffst, die richtigen Infos auf deinem Chip gespeichert zu bekommen.
Also halt dich ran.
Aber ohne Chip, meine Lieben – läuft hier bald gar nichts mehr!

Und - ist das nicht einfach wunderbar - auf der ganzen Erde gibt es kein Plätzchen mehr, wo du dich einfach verkriechen kannst - keine Höhle, kein Urwald, keine Insel - nichts! Du wirst gefunden werden! Man wird dich sehen!

Falls ihr nun aus unerfindlichen Gründen gefrustet seid, kauft euch doch einfach zum Trost ein paar Tüten leckere KartoffelCHIPS.

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