Gwynn's Welt

Beiträge von der feinsten, kleinsten und gemeinsten Kritikerin der Welt

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Freitag, 7. Januar 2011
Laienhafte Lügen
gwynn, 18:09h
In meinem Frust angesichts der Politik unserer Arbeitsministerin und ihrer Partei begann ich Kommentare (meist als „Gwenda“) zu Pressemeldungen zu schreiben, hier stelle ich sie mal ins Netz, noch ergänzt durch weitere Betrachtungen. Ein paar Wiederholungen bitte ich zu entschuldigen.

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Längst geht es nicht mehr um die angeblichen jeweiligen Themen selbst: Ob Transparenz der Berechnungen, Sozialpädagogen an den Schulen, 5 Euro mehr oder 5 Euro weniger … all das ist ja lächerlich!!

Wenn es darum ginge, die durch die hohe Arbeitslosigkeit und das Wegbrechen der anständig bezahlten Vollzeitstellen verursachten Schäden aufzufangen; - wenn es darum ginge, Menschen in unserem Staat wirklich zu unterstützen und zu versorgen, so dass sie neu durchstarten können oder aber sich Ehrenämter suchen könnten um etwas Nützliches zu tun, dann würde man doch einfach eine Versorgung gewährleisten, von der die Betroffenen mit einem kleinen Puffer, der ihre Existenzängste vermindert, leben können. Da ich als Alleinerziehende häufig am Existenzminimum lebte, weiß ich genau, was es ausmacht, ob man Monat für Monat Angst haben muss, immer tiefer abzurutschen oder ob man einigermaßen in Sicherheit leben kann. Das handelt sich tatsächlich nur um 50-100 Euro die man mehr oder weniger hat, aber wenn man sie weniger hat, dann rutscht man immer tiefer in die Miesen, egal wie man sich bemüht, zu sparen. Wenn man sie hat, kann man es bewältigen, wenn mal ein Gerät defekt ist oder ein Kind schnell aus einer Schuhgröße heraus wächst und noch mal neue Schuhe braucht.

Menschen jedoch so im Stich zu lassen, wie es gegenwärtig hier im Staat der Fall ist, ist zynisch.

Die ganzen Debatten, jeden Tag ein neues Thema, drehen sich ja in immer minimaleren Spielräumen um geringe Cent-Summen, mit denen Politiker sich trauen, öffentlich hausieren zu gehen und zu feilschen – während auf ihren eigenen Konten sich als Lohn für diese desaströse Tätigkeit Unsummen von Euro anhäufen.
Warum Deutschland mit duldenden Kuhaugen diesem hirnlosen und panischen Tun passiv zuschaut, weiß ich beim besten Willen nicht.

Es ist überhaupt nicht schwer, die Summe zu ermitteln, mit der Menschen ein Auskommen haben können, und es ist auch für diesen Staat nicht schwer, sie zu zahlen! Allein, es fehlt der Wille!

Es herrscht ein großer Unwille, sich gegenseitig fürsorglich zuzuwenden! Es ist kein Vertrauen da von Mensch zu Mensch, dass Menschen es wert sind, gut behandelt zu werden. Hier schleicht sich eine menschenverachtende Mentalität durch die Hintertür wieder ein, welche all die Jahre latent vorhanden war und nun offener hervorbricht: All die Jahre, in denen fassungslos gefragt wurde: Wie konnte das Schreckliche je in Deutschland geschehen? Wie konnte uns das geschehen? Und: Nie wieder darf es das in Deutschland geben!

Und nun holt uns dieses Trauma wieder ein.

Da geht eine Politikerin – die niedliche Frau von der Laienhaftigkeit - hausieren mit dem Spruch: „Ich muss kein Baum im Regenwald sein um einen solchen schützen zu können.“ Damit meinte sie: Ich muss selbst kein Hartz IV Empfänger oder Mensch im Niedriglohnsektor sein, um einen solchen schützen zu können. Ein feiner Spruch.

Und so fern wie der Baum im Regenwald ist ihr auch der Hartz IV Empfänger. Und was sie eigentlich meinte, denn dies ist doch eine Freud'sche Fehlleistung irgendwie, die ihr da unterlief, ist: Ich lasse euch alle im Regen stehen. Denn der Baum im Regenwald gedeiht so gut im Regen. Und auch der Hartz IV Empfänger braucht Regen, dort sollte man ihn stehen lassen, da alles ja im Regen und nur durch Regen gut gedeiht. Unsere gute Gärtnerin, die Ursula ja!

Aber wie kam unsere Frau von der Laienhaftigkeit denn nur überhaupt auf diesen fruchtbaren Vergleich? Was ist da in ihrem kleinen zierlichen Köpfchen und ihrem kleinen zierlichen Gehirnchen vor sich gegangen? Ach ja, dämmert es mir nun doch:
Harz, ja Harz! Der zähflüssige Lebenssaft eines Baumes! Wenn sie „Hartz“ hört, fühlt sie sich an „Harz“ erinnert, schon sieht sie Bäume vor ihrem inneren Augen, und ja, die beklagenswerten Bäume im abzuholzenden und abgeholzten Regenwald. Wie das Harz aus ihren abgeholzten Stämmen quillt! Ja hallo!

Unsere Hartzer im Regenwald stehen lassen. Ne abholzen! Ne, ach so, ja, schützen! Ja, schützen hat sie gesagt, unsere kleine Schützin! Sie ist eine gute Schützin, jawohl, eine Jägerin, eine Diana, die Königin der Jagd im Wald! Natürlich. Sie wollte sagen:
Ich muss eine Schützin sein um die Hartzer abzuholzen. Oder, ne, ne: Ich muss kein Hartzblut vergießen, wenn ich die Hartz IV-Empfänger im Regen stehen lasse. Oder, ne vielleicht dies: Ich muss mich im Regenwald schützen, wenn der Hartz IV-Empfänger sein Hartzblut vergießt. Oder, besser noch: Ich muss mich in einen Regenwaldbaum verwandeln, bevor mich der Hartz-IV Empfänger erkennt!
Na dann, mach hinne, kleiner Regenwaldbaum – Ursula!


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Zitat: “Wer mehr Geld in Hartz IV möchte, der muss auch sagen wofür: Für Alkohol oder für Tabak, für Flugreisen oder Pauschalurlaub“,
für diese ihre Worte sollte Frau von der Leyen mit sofortiger Wirkung ihres Amtes enthoben werden. Weiterhin sollte ihr eine arbeitsfördernde Maßnahme zugestanden werden, nämlich eine 3jährige grundständige Ausbildung zur zertifizierten Hartz IV Empfängerin. Damit sie einfach mal angelernt wird.
Als Prämie für die bestandene Ausbildung zur Hartz IV Empfängerin erhält sie dann die 5 Euro Hartz IV Erhöhung und ihre mittlerweile etwas harten selbstgebackenen übriggebliebenen minimalistischen Kekse (die sie Weihnachten in erpresserischer Absicht an die Kollegen in anderen Parteien verteilte um diese zu speisen - wess Brot ich ess, des Lied ich sing) zurück.
Ich würde so gern sagen, sie soll sich das alles in den ‘erster Buchstabe vom Abc’….. sch….., aber das sagt eine friedliebende Akademikerin ja nicht, auch wenn sie zeitweise von Hartz IV leben muss.

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Es wundert mich, dass in Kommentaren zu den Pressemeldungen so viele Menschen zwar Meinungen abgeben, aber wenig von ihrer eigenen Situation erzählen. Daher fang ich hier mal an damit und glaube, dass ich nicht allein mit einer solchen Situation bin: Ich war alleinerziehende Mutter, bin promovierte Literaturwissenschaftlerin. Ich habe trotz wirklich umfangreicher Bewerbungen keine Festanstellung auf einer meiner Qualifikation angemessenen Ebene bekommen und arbeite daher freiberuflich quer durch fast alle Branchen. Da die Auftragslage für besser bezahlte freiberufliche Jobs im Bereich Fachbuchlektorat (worin ich die meiste Erfahrung besitze) schlecht ist, arbeite ich viel für Studenten, die ihre Examensarbeiten korrigieren lassen und Ähnliches. Stundenlohn sind manchmal nur 3,00 Euro. Auch als Dozentin an Bildungsinstituten der Erwachsenenbildung bekommt man mittlerweile in vielen Bereichen solche Dumpinglöhne, dass man nicht davon leben kann. Vor allem wird Vor- und Nachbereitungszeit, die sehr aufwendig sein kann, nicht bezahlt, aber vorausgesetzt. Außerdem renoviere ich Wohnungen, mittlerweile putze ich, arbeite als landwirtschaftliche Helferin, bekomme zeitweise aufstockend Hartz IV. Nun habe ich die 50er-Grenze überschritten, was für eine Karriere wenig förderlich ist und sehe einer Rente um die 450 Euro entgegen, wenn sich nichts ändert. Dazu kommt, dass das Skelett durch die körperliche Arbeit verschleißt und ich das in dem Umfang künftig nicht mehr leisten kann. Dabei habe ich mich all die Jahre weitergebildet, 2 Kinder erzogen und sehr viel gearbeitet. Das nur zu der verbreiteten Ansicht, Hartz IV Empfänger seien größtenteils ungebildet oder gar faul. Ich meine, viel mehr Betroffene könnten sich zu Wort melden und mal durch Offenlegung ihrer eigenen Erfahrungen diesen in den Medien und durch Politiker verbreiteten Vorurteilen entgegenwirken. Ich meine, wir sollten uns wehren. Frau von der Leyen kann die fünf Euro übrigens gern behalten. Von dieser Person möchte ich gar nichts annehmen. Sie hat ja noch nicht mal eine grundständige Ausbildung zur zertifizierten Hartz IV Empfängerin absolviert und ist daher inkompetent. Sie in diesem Job einzusetzen, war extrem fahrlässig.


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Ich schwenke absichtlich nicht auf die Ebene dieser angeblichen Transparenz (der Berechnungsgrundlage für Hartz IV) ein, weil es eine entmenschte Ebene ist: Ein Beispiel: Wir hatten das nämlich schon mal, ganz früher, vor Jahrzehnten, bei der Sozialhilfe: Da wurde genau berechnet, was ausgegeben werden durfte. So durfte das Festessen an Weihnachten für den Mann 20 DM kosten, für die Frau 15 DM, und zwar, weil die Frau ja beim Kochen schon so viel probiert, dass sie nachher beim Essen schon etwas satter ist als der Mann. Das wurde auf diese Art so festgesetzt. Es gab auch genaue Vorgaben, was der Weihnachtsbaumschmuck kosten durfte auf der Berechnungsgrundlage einer Christbaumkugel usw. usw. Diese Art der Berechnung wurde dann später abgeschafft, weil erkannt wurde, dass man es so nicht machen darf.

Und was ist Transparenz bezogen auf das Existenzminimum? Wenn man zum Beispiel die Leute alle in ein künstliches Koma versetzt, werden sie so grade am Leben gehalten. Dann brauchen sie nicht mehr so viel Nebenkosten für Energie oder Nahrung. Ist das das menschliche Existenzminimum? Der Gedanke liegt nahe, dass wir uns diesem Zustand langsam annähern: Denn indem Frau von der Leyen ja nun die Idee hat, dass so viele Ein-Euro-Jobber bald im Altersheim tätig sein werden, erreicht sie damit natürlich, dass diese Ein-Euro-Jobber dort in den Seniorenheimen auch am zentral gekochten Essen teilnehmen, zentral gekochten Kaffee genießen und auch auf die Altenheim-Klos gehen. Die ein-Euro-Jobber sparen somit ihren teuren Einzelhaushalt zuhause ein, da sie nun Energie, Kaffeewasser und Klospülung im Altersheim genießen dürfen. Das mündet dann in eine Art erzwungene Gemeinschaftshaltung von Menschen ein, wobei unter festgelegter Tagesstruktur und Rollenverteilung die Alten und die Hartzler aufs trefflichste vereint gemütlich umeinandhocken. Na, dann ... So nähern wir uns doch einem transparenten kostensparenden Existenzminimum an, so ein bisschen nah dran am künstlichen Koma, aber noch gesellschaftsfähig, oder?


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Meiner Meinung nach ist es grundsätzlich nicht möglich, auf der Basis der Frage, was denn das Existenzminimum sei, einen Betrag auszurechnen. Ein Beispiel: Wenn man uns in ein künstliches Koma versetzt, dann verbrauchen wir nur ein Minimum Energie. Wir brauchen wenig Essen, wenig Wärme, wenig Kleidung und schon gar keine modische Kleidung. Da wir nicht in den Schnee rausgehen, verbrauchen wir dann keine Winterstiefel mehr usw.
Aber wir werden so eben grade am Leben gehalten. Ähnliches versucht Frau von der Leyen mit den Menschen. Jeder Hartz IV Empfänger weiß, dass er Energie spart, wo es nur geht. Man hat ein schlechtes Gewissen und Angst wegen der Kosten, zu heizen, aber wenn man nicht heizt, muss man sich bewegen um sich warm zu halten: dann verbraucht man mehr Kalorien, das kostet dann auch wieder Geld für mehr Nahrung.
Daher gibt es ja jetzt eine schöne Lösung, die Frau von der Leyen überall verbreitet: Der Ein-Euro-Job im Altersheim: Wenn die Ein-Euro-Jobber da arbeiten, verbrauchen sie keine Privatenergie mehr, wie das Betreiben eines eigenen Haushalts, sondern profitiern von der gemeinsamen Heizung, der Klospülung und der Kaffeemaschine im Altenheim. (Eventuell bleiben in den Schnabeltassen noch leckere Essensreste, die auch noch verwertbar sind!) Dort findet also eine Art preisgünstige Gemeinschaftshaltung von Menschen statt, die die Alten und die Loser der Gesellschaft aufs beste vereint u. so eben grade am Leben hält! Fein, fein. Ich hoffe, man merkt, dass dies Galgenhumor ist und dass ich sehr hoffe, dass Frau von der Leyen & Co wieder in jene Löcher verschwinden aus denen sie hervorgekrochen sind.
Eine faire Regelung für alle Menschen, die in unserer Gesellschaft dank dem Stellenabbau und der Schließung von Betrieben sowie den veränderten Arbeitsbedingungen nicht mehr genug bezahlte Arbeit finden, kann nicht auf Grund eines ins endlose minimierbaren Existenzminimums errechnet werden, sondern nur mit ethischen Grundsätzen, Fairness, Anteilnahme und Partnerschaftlichkeit der Menschen und auch der Wirtschaft miteinander gefunden werden.
Frau von der Leyen hätte nie dieses Amt bekleiden dürfen, bevor sie nicht eine fundamentale 3jährige Ausbildung als Hartz IV-Empfängerin vorzuweisen hat. Das kommt davon, wenn man eine unqualifizierte Kraft als Arbeitsministerin zulässt. Wie dumm muss man sein!!


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Ich habe nicht an den Aufschwung geglaubt, glaube nicht an ihn und werde nicht an ihn glauben. Und wenn man sich die Stellenangebote ansieht, kann man sehen, dass es fast alles über Zeitarbeitsfirmen u. Personalvermittler läuft, die holen sich auch noch ihren Anteil raus. Gleichzeitig greifen oft mehrere Personalvermittlungen auf dasselbe Jobangebot zu, so dass es so aussieht wie 5 offene Stellen, aber es ist immer dieselbe, nur von verschiedenen Vermittlern ins Netz gestellt. Ein Hohn. Auf diese Art wird der Stellenmarkt gefälscht.
Am besten fährt man bald damit, immer pauschal das Gegenteil von dem zu glauben, was die Medienmaschinerie dieses Staates grade groß propagiert: - um den Blick der Massen in eine bestimmte Richtung zu lenken und von dem abzulenken, was sie wirklich grad ausmauscheln. Eine feine Gesellschaft!

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