Mittwoch, 6. Januar 2010
Chips, Chips, Chips ...
gwynn, 14:14h
Mein persönliches Plädoyer für Chips, Chips und Chips:
Wir leben in der Chip-Welt. Zum Beispiel liebe ich Kartoffelchips, allerdings die mit Essiggeschmack (gib mir Saures!). Chips und ihre vielen neuen Geschmacksrichtungen, neuerdings der Renner: Oriental- und Wasabi-Mischungen lieben wir alle. Chips sind was richtig Schönes für uns Menschen!
Neben den leckeren knusprigen Kartoffelchips gibt es noch viele weitere feine Chips in unserem Leben. Zum Beispiel werden auch unsere Computer mit Chips gefüttert. Auch die lieben Computer haben Hunger und brauchen ein Input.
Sicherheitshalber chippen wir auch unsere Tiere, so kann kein Tierdieb sie einfach klauen, es sei denn, er schneidet ihnen den Chip wieder aus der Haut oder deaktiviert ihn. Unsere Kinder zu chippen, auf die Idee sind ja auch schon einige gekommen. Viele tragen ihren Chip ohnehin bereits immer mit sich herum – das ist das Handy mit Ortungssystem. Dafür wirbt ja diese neckische TV-Reklame, wo Mutti überlegen, milde lächelnd, befriedigt registriert, dass ihr kleiner Junge sich mal wieder nicht ganz da befindet, wo er eigentlich sein sollte, eijeijei, aber sie sieht ja wo er ist – dank des Satellitenortungssystems seines Handys kann sie ihn jederzeit finden und sehen, was der kleine Racker grad so treibt. Dass er sein Handy wegschmeißt, um Muttis Überwachungsmanie zu entkommen, ist auch nicht zu erwarten, schließlich bietet ihm das Handy so viele heißgeliebte Funktionen, dass es ihm praktisch ans Herz (an)gewachsen ist.
Ja, auch wir Menschen sollen und wollen gechippt werden: So sind wir in ewiger Sicherheit. (Oder in Sicherheit vor der Ewigkeit?). Auf dem Chip kann man praktischer Weise gleich vieles speichern, er ist unsere Visitenkarte für die Welt: Er ist Krankenversicherungskarte, er ist unser Kontoauszug, man kann dort die Ergebnisse ärztlicher Untersuchungen, genetische Auffälligkeiten oder zu erwartende Erbkrankheiten speichern. Ein zukünftiger Arbeitgeber braucht dann nur kurz den Chip zu scannen und weiß direkt, mit welchen künftigen Risiken und Krankheitsbelastungen er bei seinem Arbeitnehmer zu rechnen hat, es sei denn, er stellt ihn eben nicht ein!
Weiterhin gibt er Auskunft über unsere Vorlieben und unser Konsumverhalten, denn er könnte auch aufzeichnen, was wir kaufen, was wir googeln, wie oft wir in welche Filme oder Veranstaltungen gehen etc.
Und wir benötigen keine Mitgliedskarten oder ähnliches mehr um irgendwo rein gelassen zu werden. Der Chip gibt Auskunft darüber, ob du dazugehörst, ob die Türen sich für dich öffnen oder ob du einer von den ewigen Losern bist, die in keinem Club mitspielen.
Jedenfalls wirkt sich der Chip unter der Haut enorm entlastend auf deine Brieftasche und Handtasche aus. Du brauchst auch keine Kreditkarten mehr. Und wenn dir jemand deine EC-Karte klauen will, muss er dich in Zukunft mit Haut und Haaren ganz klauen. Das ist doch fein, oder?
Natürlich wird der Chip von Staats wegen im Namen unserer Sicherheit gefordert. Schließlich sind wir durch ihn schnell auffindbar, wenn ein böser Terrorist uns entführt hat. Und auch der Terrorist ist schnell auffindbar, denn er ist ja auch mit einem Chip - mit Warnhinweis „Achtung-Terrorist“ - versehen. Selbstverständlich wird das flächendeckende obligatorische Chippen nur eingeführt, um Terroristen dingfest zu machen und uns vor ihnen zu schützen. Selbstverständlich würde kein Terrorist je auf die Idee kommen, sich und seinem Entführungsopfer als erstes den Chip raus zu operieren. Nein, natürlich nicht. Denn selbstverständlich ist ein Terrorist dumm, verfügt über keinerlei Fachkenntnisse, keine Netzwerke und Beziehungen und kann daher auch niemanden mit dem Deaktivieren eines Chips beauftragen.
Der Chip wird in Zukunft deine Eintrittskarte in die Welt sein. Früher einmal war die Geburt die Eintrittskarte in die Welt. Aber ihr Lieben! So etwas Wichtiges kann man schließlich nicht der Natur und dem lieben Gott überlassen!
Wir brauchen eine zweite Instanz! Und müssen die Sache selbst in die Hand nehmen! So leicht ist es schließlich nicht, in diese Welt einzutreten. Einfach so gottgegeben und mithilfe von Mutter Natur geboren zu werden! Und dann gleich dazugehören dürfen! Nein! –Nein. Ob sich dir die Türen öffnen werden – das hängt
1. von deiner Chipwilligkeit ab und
2. davon, ob du es schaffst, die richtigen Infos auf deinem Chip gespeichert zu bekommen.
Also halt dich ran.
Aber ohne Chip, meine Lieben – läuft hier bald gar nichts mehr!
Und - ist das nicht einfach wunderbar - auf der ganzen Erde gibt es kein Plätzchen mehr, wo du dich einfach verkriechen kannst - keine Höhle, kein Urwald, keine Insel - nichts! Du wirst gefunden werden! Man wird dich sehen!
Falls ihr nun aus unerfindlichen Gründen gefrustet seid, kauft euch doch einfach zum Trost ein paar Tüten leckere KartoffelCHIPS.
Wir leben in der Chip-Welt. Zum Beispiel liebe ich Kartoffelchips, allerdings die mit Essiggeschmack (gib mir Saures!). Chips und ihre vielen neuen Geschmacksrichtungen, neuerdings der Renner: Oriental- und Wasabi-Mischungen lieben wir alle. Chips sind was richtig Schönes für uns Menschen!
Neben den leckeren knusprigen Kartoffelchips gibt es noch viele weitere feine Chips in unserem Leben. Zum Beispiel werden auch unsere Computer mit Chips gefüttert. Auch die lieben Computer haben Hunger und brauchen ein Input.
Sicherheitshalber chippen wir auch unsere Tiere, so kann kein Tierdieb sie einfach klauen, es sei denn, er schneidet ihnen den Chip wieder aus der Haut oder deaktiviert ihn. Unsere Kinder zu chippen, auf die Idee sind ja auch schon einige gekommen. Viele tragen ihren Chip ohnehin bereits immer mit sich herum – das ist das Handy mit Ortungssystem. Dafür wirbt ja diese neckische TV-Reklame, wo Mutti überlegen, milde lächelnd, befriedigt registriert, dass ihr kleiner Junge sich mal wieder nicht ganz da befindet, wo er eigentlich sein sollte, eijeijei, aber sie sieht ja wo er ist – dank des Satellitenortungssystems seines Handys kann sie ihn jederzeit finden und sehen, was der kleine Racker grad so treibt. Dass er sein Handy wegschmeißt, um Muttis Überwachungsmanie zu entkommen, ist auch nicht zu erwarten, schließlich bietet ihm das Handy so viele heißgeliebte Funktionen, dass es ihm praktisch ans Herz (an)gewachsen ist.
Ja, auch wir Menschen sollen und wollen gechippt werden: So sind wir in ewiger Sicherheit. (Oder in Sicherheit vor der Ewigkeit?). Auf dem Chip kann man praktischer Weise gleich vieles speichern, er ist unsere Visitenkarte für die Welt: Er ist Krankenversicherungskarte, er ist unser Kontoauszug, man kann dort die Ergebnisse ärztlicher Untersuchungen, genetische Auffälligkeiten oder zu erwartende Erbkrankheiten speichern. Ein zukünftiger Arbeitgeber braucht dann nur kurz den Chip zu scannen und weiß direkt, mit welchen künftigen Risiken und Krankheitsbelastungen er bei seinem Arbeitnehmer zu rechnen hat, es sei denn, er stellt ihn eben nicht ein!
Weiterhin gibt er Auskunft über unsere Vorlieben und unser Konsumverhalten, denn er könnte auch aufzeichnen, was wir kaufen, was wir googeln, wie oft wir in welche Filme oder Veranstaltungen gehen etc.
Und wir benötigen keine Mitgliedskarten oder ähnliches mehr um irgendwo rein gelassen zu werden. Der Chip gibt Auskunft darüber, ob du dazugehörst, ob die Türen sich für dich öffnen oder ob du einer von den ewigen Losern bist, die in keinem Club mitspielen.
Jedenfalls wirkt sich der Chip unter der Haut enorm entlastend auf deine Brieftasche und Handtasche aus. Du brauchst auch keine Kreditkarten mehr. Und wenn dir jemand deine EC-Karte klauen will, muss er dich in Zukunft mit Haut und Haaren ganz klauen. Das ist doch fein, oder?
Natürlich wird der Chip von Staats wegen im Namen unserer Sicherheit gefordert. Schließlich sind wir durch ihn schnell auffindbar, wenn ein böser Terrorist uns entführt hat. Und auch der Terrorist ist schnell auffindbar, denn er ist ja auch mit einem Chip - mit Warnhinweis „Achtung-Terrorist“ - versehen. Selbstverständlich wird das flächendeckende obligatorische Chippen nur eingeführt, um Terroristen dingfest zu machen und uns vor ihnen zu schützen. Selbstverständlich würde kein Terrorist je auf die Idee kommen, sich und seinem Entführungsopfer als erstes den Chip raus zu operieren. Nein, natürlich nicht. Denn selbstverständlich ist ein Terrorist dumm, verfügt über keinerlei Fachkenntnisse, keine Netzwerke und Beziehungen und kann daher auch niemanden mit dem Deaktivieren eines Chips beauftragen.
Der Chip wird in Zukunft deine Eintrittskarte in die Welt sein. Früher einmal war die Geburt die Eintrittskarte in die Welt. Aber ihr Lieben! So etwas Wichtiges kann man schließlich nicht der Natur und dem lieben Gott überlassen!
Wir brauchen eine zweite Instanz! Und müssen die Sache selbst in die Hand nehmen! So leicht ist es schließlich nicht, in diese Welt einzutreten. Einfach so gottgegeben und mithilfe von Mutter Natur geboren zu werden! Und dann gleich dazugehören dürfen! Nein! –Nein. Ob sich dir die Türen öffnen werden – das hängt
1. von deiner Chipwilligkeit ab und
2. davon, ob du es schaffst, die richtigen Infos auf deinem Chip gespeichert zu bekommen.
Also halt dich ran.
Aber ohne Chip, meine Lieben – läuft hier bald gar nichts mehr!
Und - ist das nicht einfach wunderbar - auf der ganzen Erde gibt es kein Plätzchen mehr, wo du dich einfach verkriechen kannst - keine Höhle, kein Urwald, keine Insel - nichts! Du wirst gefunden werden! Man wird dich sehen!
Falls ihr nun aus unerfindlichen Gründen gefrustet seid, kauft euch doch einfach zum Trost ein paar Tüten leckere KartoffelCHIPS.
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